Häufige Fragen


Leistungsansprüche bei einem vorübergehenden Aufenthalt in Deutschland (z. B. Urlaub, Studium usw.)



  1. Ich benötige ärztliche/zahnärztliche Hilfe und der Arzt/Zahnarzt akzeptiert meine Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) nicht. An wen kann ich mich wenden?

  2. Der behandelnde Arzt teilte mir mit, dass ich - trotz vorgelegter Europäischer Krankenversicherungskarte (EHIC)- zunächst eine Privatrechnung erhalte, die ich dann bei meiner Krankenkasse zur Kostenerstattung einreichen soll. Ist dies korrekt?

  3. In unserer Praxis möchte sich ein in einem anderen Mitgliedstaat Versicherter behandeln lassen. Was müssen wir beachten?

  4. In unserer Praxis möchte sich ein aus dem Mitgliedstaat stammender Patient behandeln lassen. Dieser hat keine Anspruchsbescheinigung dabei. Was muss ich beachten?

 

 

1. Ich benötige ärztliche/zahnärztliche Hilfe und der Arzt/Zahnarzt akzeptiert meine Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) nicht. An wen kann ich mich wenden?

Mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) erhalten Sie bei allen Vertragsärzten in Deutschland alle Sachleistungen nach deutschem Recht, die unter Berücksichtigung Ihrer Aufenthaltsdauer in Deutschland medizinisch notwendig werden. Sollte es bei der Inanspruchnahme von Leistungen zu Fragen oder Problemen kommen, wenden Sie sich bitte an die von Ihnen gewählte deutsche aushelfende Krankenkasse. Detaillierte Informationen, wie Sie im Krankheitsfall medizinische Leistungen in Deutschland erhalten, finden Sie in unseren Broschüren „Urlaub in Deutschland“. Mit Ihrer Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) besteht kein Anspruch auf Leistungen, wenn Sie zur Behandlung/Entbindung nach Deutschland eingereist sind sowie für solche Leistungen, die nicht vom gesetzlichen Leistungsumfang erfasst werden.

 

2. Der behandelnde Arzt teilte mir mit, dass ich - trotz vorgelegter Europäischer Krankenversicherungskarte (EHIC)- zunächst eine Privatrechnung erhalte, die ich dann bei meiner Krankenkasse zur Kostenerstattung einreichen soll. Ist dies korrekt?

Mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) erhalten Sie bei allen Vertragsärzten in Deutschland alle Sachleistungen nach deutschem Recht, die unter Berücksichtigung Ihrer Aufenthaltsdauer medizinisch notwendig sind. Sie haben dafür lediglich eine Praxisgebühr in Höhe von 10,00 EUR pro Quartal zu zahlen. Die Ausstellung einer Privatrechnung für diese Leistungen durch die Arzt/Zahnarztpraxis ist unzulässig. Nehmen Sie Leistungen in Anspruch, die unter Berücksichtigung Ihrer Aufenthaltsdauer medizinisch nicht notwendig sind oder, die nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung gehören oder zu deren Behandlung Sie eingereist sind, gehen diese komplett zu Ihren Lasten. Ob eine Leistung medizinisch notwendig ist, entscheidet der behandelnde Arzt ggf. nach Rücksprache mit der von Ihnen gewählten deutschen Krankenkasse. Sollte es bei der Inanspruchnahme von Leistungen zu Fragen oder Problemen kommen, wenden Sie sich bitte an die von Ihnen gewählte deutsche aushelfende Krankenkasse. Detaillierte Informationen, wie Sie im Krankheitsfall medizinische Leistungen in Deutschland erhalten, finden Sie in unseren Broschüren „Urlaub in Deutschland“.

 

3. In unserer Praxis möchte sich ein in einem anderen Mitgliedstaat Versicherter behandeln lassen. Was müssen wir beachten?

Der Patient muss eine gültige Anspruchsbescheinigung (Europäische Krankenversichertenkarte - EHIC oder Provisorische Ersatzbescheinigung) und einen Identitätsnachweis vorlegen. Mit Hilfe der Formulare Muster 80 und Muster 81 werden die Daten des Patienten erfasst und er wählt eine deutsche gesetzliche Krankenkasse. Sie können dann mit dieser Krankenkasse die, abgestellt auf die Aufenthaltsdauer, medizinisch notwendigen Sachleistungen im Ersatzverfahren über die Kassenärztliche/Kassenzahnärztliche Vereinigung abrechnen. Der Patient zahlt die gesetzliche Zuzahlung und ggf. gewünschte Privatleistungen. Nicht abgedeckt über die EHIC sind alle Leistungen, zu deren Inanspruchnahme der Patient eingereist ist (z. B. Einreise zur Entbindung, Operation). Sollte es bei der Inanspruchnahme von Leistungen zu Fragen oder Problemen kommen, wenden Sie sich bitte an die gewählte deutsche aushelfende Krankenkasse. Detaillierte Informationen sowie Muster der erforderlichen Anspruchsbescheinigungen zu dem o. g. Verfahren finden Sie auf unsere Website unter den „Informationen für Leistungserbringer“.

 

4. In unserer Praxis möchte sich ein aus dem Mitgliedstaat stammender Patient behandeln lassen. Dieser hat keine Anspruchsbescheinigung dabei. Was muss ich beachten?

Lassen Sie sich bitte vom Patienten das Vordruckmuster 81 ausfüllen. Der Patient muss dort u. a. eine deutsche Krankenkasse wählen. Wenden Sie sich dann bitte unter Beifügung einer Kopie des ausgefüllten Vordruckmusters 81 und unter Angabe der vom Patienten erfragten Anschrift seiner Krankenkasse im Heimatstaat an die gewählte Krankenkasse mit der Bitte bei der gesetzlichen Versicherung im Heimatstaat des Patienten eine Provisorische Ersatzbescheinigung anzufordern, die den Behandlungszeitraum abdeckt. Liegt diese Ihnen innerhalb von 10 Tagen nach der ersten Inanspruchnahme durch den Patienten vor, rechnen Sie die Kosten bitte im Rahmen des Ersatzverfahrens über die Kassenärztliche/Kassenzahnärztliche Vereinigung mit der in Deutschland vom Patienten auf dem Vordruckmuster 81 gewählten Krankenkasse ab. Geht innerhalb der o. g. Frist keine Anspruchsbescheinigung bei Ihnen ein, sind Sie berechtigt vom Patienten eine Privatvergütung zu verlangen. Sollten Sie bereits vorab vom Patienten eine Privatvergütung verlangt haben, beachten Sie bitte, dass bei einer innerhalb der Frist nachgereichten gültigen Anspruchsbescheinigung die dem Patienten in Rechnung gestellten Kosten erstattet werden müssen.